Digital and Cultural Transformation: Neue Wege der Mitarbeiterkommunikation

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Meike Osterchrist, Daniela Henning

Die interne Kommunikation hat sich vom „Nice to have“ zum Erfolgsfaktor für Unternehmen entwickelt. Die Gründer der Content-Plattform Juptr sprechen im Interview über die Notwendigkeit einer offenen Unternehmenskultur, die Angst vor dem Shitstorm und darüber, wie ihr neues Tool „Team Topics“ Change-Prozesse von Unternehmen aktiv unterstützt.

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Zufriedene Mitarbeiter sind die besten Markenbotschafter und treibende Kräfte in Change-Prozessen (Bildcredit: iStock)

Die Zeiten, in denen Mitarbeiterkommunikation als reiner „Wohlfühlfaktor“ galt, sind vorbei: Mitarbeiterzeitung, Intranet und Schwarzes Brett reichen heute nicht mehr aus, um qualifizierte Arbeitskräfte langfristig an ein Unternehmen zu binden. Die Digitalisierung macht auch vor der internen Kommunikation nicht halt und verlangt nach neuen Tools zur Information und Interaktion. Es geht nicht mehr nur um Digital Transformation, sondern auch um Cultural Transformation. Verantwortliche im Marketing und der Kommunikation stehen vor der Herausforderung, neue Content-Marketing- und Kommunikationsstrategien zu entwickeln. Denn: Zufriedene Mitarbeiter sind die besten Markenbotschafter und die treibenden Kräfte in dringend benötigten Change-Prozessen.

Warum gibt es immer noch so viele Unternehmen, die das Bedürfnis ihrer Mitarbeiter nach Information und Austausch nicht befriedigen können? Diese Frage stellte sich auch das Düsseldorfer Start-up Juptr um Jan Steinbach, Uwe Freese, Adam Dreessen und Rüdiger Möller. Die vier erfahrenen Unternehmer aus den Bereichen Digital Marketing, Software Engineering, Machine Learning und Big Data starteten 2016 die kostenlose Content-Plattform Juptr. Pünktlich zur dmexco im September 2016 ging die Website online.

Im Interview mit HOFFMANN UND CAMPE X berichten Jan Steinbach und Uwe Freese, wie mit „Team Topcis“ basierend auf dem Konzept ihrer Plattform ein neues Tool zur Mitarbeiterkommunikation entstand, das einen bislang einzigartigen Ansatz verfolgt.

HOFFMANN UND CAMPE X: Was verbirgt sich hinter Juptr?

Jan Steinbach: Juptr ist eine persönliche Content Community. User können sich auf Juptr.io interessenbasiert Themen-Channels zusammenstellen und Content aus derzeit 4.500 Quellen beziehen. Der Dienst ist kostenlos und auf allen Endgeräten verfügbar. Wie in einem sozialen Netzwerk können sie sich mit anderen Nutzern austauschen, diskutieren und selber Inhalte publizieren.

Speziell für die Mitarbeiterkommunikation habt ihr das Tool „Team Topics“ entwickelt. Welche Funktionen bietet es?

Uwe Freese: Bei Team Topics handelt es sich um eine auf Juptr basierende Mitarbeiter-Community, die exklusiv nur für die Mitarbeiter eines Unternehmens zugänglich ist. Aus externen und internen Quellen werden automatisch über das System ‒ oder auch per manueller Kuratierung ‒ relevante Inhalte individuell zusammengestellt und in einem Feed ausgespielt. Die Mitarbeiter können die Inhalte dann in Foren posten, teilen, kommentieren und diskutieren.

Das Juptr-Team: Jan Steinbach, Uwe Freese, Adam Dreessen und Rüdiger Möller.

Warum sollten Unternehmen auf Team Topics setzen?

Jan Steinbach: Das größte Manko bestehender Intranet-Lösungen ist, dass sie nicht über die Inhalte verfügen, um Mitarbeiter zu informieren, zu inspirieren und Veränderungen im Unternehmen zu bewirken. Mit Team Topics liefern wir zusätzlichen Qualitäts-Content aus Tausenden von Quellen und stellen diesen in personalisierten Feeds zur Verfügung. Das Tool schafft zudem eine Plattform, wo sich die Mitarbeiter gehört fühlen und sich trauen, Ideen zu formulieren. Damit wird ein wichtiger Schritt in Richtung einer offeneren Unternehmenskultur getätigt.

Uwe Freese: Mitarbeiterkommunikation wird leider nach wie vor oft als Einbahnstraße gesehen. In der Regel werden Informationen vom Unternehmen an die Mitarbeiter kommuniziert. Das beginnt im Intranet mit dem Speiseplan der Kantine, geht über Personalinformationen bis hin zum Urlaubsantrag. Was diese One-Way-Lösungen nicht bieten, sind relevante externe Inhalte ‒ spricht Content, der inspiriert und informiert. Hier kommen wir ins Spiel.

Die schiere Flut an Information überfordert viele interne Kommunikationsabteilungen. Mit welchen weiteren Herausforderungen haben Unternehmen im digitalen Zeitalter zu kämpfen?

Jan Steinbach: Vielen Unternehmen fehlt in Sachen Mitarbeiterkommunikation schlichtweg eine klare Strategie. Die Mitarbeiterkommunikation sollte die Unternehmensziele unterstützen und zur Identifikation mit dem Unternehmen beitragen. Sie sollte den Mitarbeiter motivieren, sich einzubringen und aktiv Veränderungsprozesse mitzugestalten.

Uwe Freese: Unternehmen stehen heute, in Zeiten von Digitalisierung, Automatisierung und Globalisierung, unter einem ganz besonderen Druck, sich zu verändern. Da ist es extrem wichtig, dass von der Führungsetage bis zum operativen Management alle an einem Strang ziehen. Ein Kommunikationstool wie Team Topics ist ein wichtiger Schritt in Richtung Partizipation.

Viele Unternehmen scheuen sich, ihren Mitarbeitern das Wort zu erteilen. Wie gelingt der Spagat zwischen freier Meinungsäußerung und Kontrolle?

Jan Steinbach: Die Angst vor dem internen Shitstorm halte ich für deutlich überbewertet. Im Gegenteil: Mitarbeiterkommunikation sollte so transparent und offen wie möglich gestaltet werden. Eine Plattform wie Team Topics hat ja den Vorteil, dass dort auf sachlicher Ebene diskutiert wird. Jeder Mitarbeiter ist mit realem Namen angemeldet und muss für das stehen, was er schreibt. Diese soziale Kontrolle zwingt den Mitarbeiter zu einer gewissen Achtsamkeit. Zusätzlich sollte es wie in jeder Community klare Regeln geben ‒ etwa dass Beleidigungen nicht gestattet sind.

Wohin geht die Reise in Sachen Mitarbeiterkommunikation?

Uwe Freese: Die Millennials, die mit den digitalen Medien aufgewachsen sind, haben ganz klar die Anforderung an Unternehmen, dass deren Kultur Möglichkeiten zum Austausch bietet. Wenn Unternehmen auch in Zukunft qualifizierte Arbeitskräfte gewinnen möchten, ist eine offene und digitale Mitarbeiterkommunikation unverzichtbar. Unternehmen müssen sich strategisch ausrichten und die Möglichkeiten der interne Kommunikation zu ihrem Vorteil nutzen.

„Wir beraten Sie gerne, wie Sie Team Topics nutzen können und liefern Premiumcontent für Ihre interne Kommunikation”

Katrin Hesse, Director Strategy and Concept bei HOFFMANN UND CAMPE X


Das Angebot von HOFFMANN UND CAMPE X
Um einen höchstmöglichen Impact zu erreichen, braucht es einen idealen Mix aus Low und High Content und die Auswahl der richtigen Channels. Für den High Content, also individuell recherchierte und erzählte Stories rund um Ihr Unternehmen, steht Ihnen HOFFMANN UND CAMPE X als Partner zur Seite. Im Bereich Mitarbeiterkommunikation haben wir bereits erfolgreich Projekte für Kunden wie Hochtief, BASF, Vodafone, Evonik und ZF Friedrichshafen umgesetzt.

Gerne präsentieren wir Ihnen unverbindlich unsere Leistungen und gehen dabei auf Ihre individuellen Bedürfnisse und Fragen ein. Im Anschluss erarbeiten wir in einem Workshop Ihre persönliche Strategie und kalkulieren im dritten Step auf Basis Ihrer Anforderungen ein Angebot.


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